Was versteht man unter einer Direktzusage in der BAV?

Der Arbeitgeber kann seinen Mitarbeitern eine betriebliche Altersversorgung (bAV) als unmittelbare Versorgungszusage (Direktzusage) erteilen.

Man nennt diese Form der betrieblichen Altersversorgung auch Direktzusage.

Die Direktzusage ist ein Versprechen des Arbeitgebers an seine Mitarbeiter.

Sie beschreibt die vom Arbeitgeber zugesagte Versorgung und deren Höhe.

Wie der Arbeitgeber sie gestaltet, liegt in seinem Ermessen.

  • lebenslange Rente sein
  • Kapitalzahlung ist möglich. Zusätzlich kann die Zusage auch eine
  • Leistung bei Invalidität oder Tod vorsehen.

Der Arbeitgeber trägt das Risiko, diese Zusage zu erfüllen.

Tritt ein Versorgungsfall ein, zahlt der Arbeitgeber die vereinbarte Leistung direkt an seinen Mitarbeiter. Stirbt der Mitarbeiter, leistet er an die versorgungsberechtigten Hinterbliebenen.

Der Abschluss einer Rückdeckungsversicherung ist zu empfehlen

Damit im Leistungsfall das erforderlich Geld zur Verfügung steht, kann der Arbeitgeber eine Rückdeckungsversicherung abschließen. Er zahlt die Beiträge.

Für die Versicherungsleistungen ist er bezugsberechtigt. Rückdeckungsversicherung und Zusage werden rechtlich getrennt betrachtet.

Die Ansprüche und Verpflichtungen zwischen Arbeitgeber und Mitarbeiter regelt die Versorgungszusage. Die Rückdeckungsversicherung regelt Rechte und Pflichten zwischen Arbeitgeber und Versicherer. Der Mitarbeiter kann Ansprüche nur aus der Versorgungszusage geltend machen. Auf die Versicherungsleistungen hat er grundsätzlich keinen Anspruch.

So funktioniert die rückgedeckte Direktzusage

Wissenswert:

Die Versorgung muss in der Höhe angemessen sein. Das bedeutet, sie darf 75 % der zuletzt erhaltenen Bruttobezüge des Mitarbeiters nicht übersteigen. Dabei muss der Arbeitgeber auch weitere Leistungen aus der bAV und der gesetzlichen Rentenversicherung berücksichtigen.

Die Vorteile der Direktzusage

  • ist sehr flexibel
  • keine Höchstgrenzen für die Versorgungsleistungen

Für wen ist die Direktzusage besonders interessant?

Sie ist deshalb für Personengruppen interessant, die einen hohen Altersversorgungsbedarf haben.

  • Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH
  • leitende Angestellte

Wer kann eine Direktzusage erhalten?

Eine Direktzusage können nur Personen erhalten, die für einen Arbeitgeber tätig sind. Dabei handelt es sich um:

  • Arbeitnehmer der Privatwirtschaft
  • Mitarbeitende Ehegatten
  • andere Familienangehörige mit Arbeitsvertrag
  • Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH
  • Angestellte Geschäftsführer einer GmbH, die nicht Anteilseigner der GmbH sind
  • Vorstände von Aktiengesellschaften, Vereinen oder Genossenschaften
  • Geringfügig Beschäftigte, wenn sozialversicherungspflichtig
  • Handelsvertreter nach § 84 Handelsgesetzbuch, wenn sie überwiegend für einen Arbeitgeber tätig sind
  • Freiberufler nach § 17 Betriebsrentengesetz, wenn sie überwiegend für einen Arbeitgeber tätig sind
  • Angestellte des öffentlichen Dienstes, wenn der maßgebende Tarifvertrag eine entsprechende Öffnungsklausel vorsieht

Wissenswert:

Erhält ein Gesellschafter-Geschäftsführer eine Direktzusage, gilt: Diese kann steuerlich nur anerkannt werden, wenn im Rahmen einer Gesellschafter-Versammlung die Erteilung der Zusage beschlossen wurde. Hierüber muss es einen Gesellschafter-Beschluss geben.


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