Beherrschender Geschäftsführer als 450 Euro Jobber der eigenen GmbH?

Nach § 40a Abs. 2a EStG kann der Lohn bei geringfügig entlohnter Beschäftigung vom Arbeitgeber mit einem pauschalen Steuersatz von 20 Prozent versteuert werden; die pauschale Lohnsteuer setzt der Arbeitgeber sodann zusammen mit dem Lohn als Betriebsausgabe ab. Sowohl der Lohn als auch die pauschale Lohnsteuer bleiben bei einer Veranlagung des Arbeitnehmers außer Betracht.

 

Geschäftsführerin auf 450 Euro Basis

Von dieser Regelung wollte auch eine zu 50 Prozent an einer GmbH beteiligte Geschäftsführerin profitieren. Sie bezog für ihre Tätigkeit eine monatliche Vergütung in Höhe von 400 Euro. Diese besteuerte die GmbH pauschal mit 20 Prozent nach § 40a Abs. 2a EStG.

 

Finanzamt widerspricht Pauschalversteuerung

Dagegen unterwarf das Finanzamt die Vergütung im Anschluss an eine Lohnsteuer-Außenprüfung dem persönlichen Steuersatz der Geschäftsführerin, weil diese nicht in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis stehe und die Pauschalierung nur bei sozialversicherungspflichtigen Vergütungen zulässig sei. Das FG bestätigte diese Auffassung.

Die Lohnsteuer-Pauschalierung setzt das Vorliegen eines Beschäftigungsverhältnisses voraus. Dies ist allein nach Sozialversicherungs-, nicht nach steuerrechtlichen Kriterien zu beurteilen. Darauf, dass ein geschäftsführender Gesellschafter Arbeitnehmer im Sinne des Lohnsteuerrechts sein kann, kommt es nicht an.

 

Pauschalversteuerung des Gehalts für beherrschende GmbH Geschäftsführer nicht möglich#BAV #GmbH Klick um zu Tweeten

 

Eine sozialversicherungsrechtliche Beschäftigung erfordert ein Arbeitsverhältnis, das durch eine Tätigkeit nach Weisungen und die Eingliederung in die Arbeitsorganisation des Arbeitgebers gekennzeichnet ist. Eine derartige Abhängigkeit liegt bei einem zu 50 Prozent an einer GmbH beteiligten Geschäftsführer nach ständiger Rechtsprechung des Bundessozialgerichts jedoch nicht vor.
 
Der Ausschluss der Vergütungen beherrschender Gesellschafter- Geschäftsführer von den Pauschalierungsregelungen in § 40a Abs. 2, 2a EStG ist verfassungsgemäß, da sie auch über Dividenden am Ergebnis der GmbH teilhaben und die Anwendung der Pauschalierung auf diese Personengruppe den vom Gesetzgeber mit der Pauschalierung verfolgten Zielen widersprechen würde.